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Ratgeber zu Dämmbeschichtungen, Kosten und Förderung

Grundlagen und Glossar

„Nano-Dämmung“ ist kein genormter Begriff. Er bezeichnet sehr dünne Beschichtungen, die mit Hohlkugeln, Aerogel-Partikeln oder reflektierenden Pigmenten arbeiten. Diese Seite erklärt die physikalischen Grundlagen und die Fachbegriffe, die in den Ratgebern vorkommen.

Warum bei der Dämmung die Dicke zählt

Wie viel Wärme durch eine Wand geht, beschreibt der U-Wert. Er hängt von der Wärmeleitfähigkeit des Materials und von der Dicke der Dämmung ab. Rechnerisch ergibt sich der Wärmedurchlasswiderstand einer Schicht aus ihrer Dicke geteilt durch die Wärmeleitfähigkeit. Eine dünne Schicht kann deshalb nur mithalten, wenn ihr Kennwert extrem niedrig ist, und genau diesen Kennwert müsste ein unabhängiges Prüfinstitut am fertigen Aufbau bestätigen.

Ein Rechenbeispiel der Verbraucherzentrale: Eine ungedämmte Ziegelwand mit einem U-Wert von 1,5 W/(m²·K) kommt mit 16 Zentimetern Dämmung auf 0,19. Die Details und die Kostenrechnung dazu stehen im Beitrag Nano-Dämmung oder WDVS (erscheint in Kürze).

Was bei Beschichtungen belegt ist

Unabhängig gemessen wurde bisher vor allem die Wirkung reflektierender Anstriche an der Oberfläche: Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik beobachtete im Freilandversuch eine kürzere Taupunkt-Unterschreitung an der Fassade. Eine Verbesserung des U-Werts der Wand war nicht Gegenstand der Untersuchung. Mehr dazu im Beitrag Nano-Dämmung an der Fassade.

Glossar

Aerogel
Sehr poröser Feststoff mit geringer Wärmeleitung. In Dämmbeschichtungen werden Aerogel-Partikel eingemischt; entscheidend sind Schichtdicke und die im Datenblatt ausgewiesene Wärmeleitfähigkeit.
BAFA
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Zuständig für die Bundesförderung von Maßnahmen an der Gebäudehülle, etwa der Dämmung von Außenwänden. Die KfW wickelt dagegen die Heizungsförderung ab.
Emissionsgrad
Maß dafür, wie stark eine Oberfläche Wärme abstrahlt, zwischen 0 und 1. Im Fraunhofer-Versuch hatte der IR-Anstrich einen Emissionsgrad von 0,65, die Vergleichsfarbe von 0,88.
Energieeffizienz-Experte
Fachperson, die ein Förderprojekt begleitet und bestätigt, dass die technischen Mindestanforderungen erfüllt sind. Für die Bundesförderung der Gebäudehülle ist die Einbindung Pflicht; Experten finden sich über die Liste der Deutschen Energie-Agentur.
GModG (Gebäudemodernisierungsgesetz)
Der Titel des früheren Gebäudeenergiegesetzes. Für die Fassade ist vor allem § 36 mit Anlage 7 maßgeblich: Wird die Außenwand gedämmt, bekleidet oder neu verputzt, gilt bei Wohngebäuden ein U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²·K).
Hohlkugeln
Winzige Kugeln aus Keramik oder Glas, die im Bindemittel einer Beschichtung eingeschlossene Luft enthalten. Sie sollen die Wärmeleitung der Schicht senken; der Nachweis hängt vom Prüfzeugnis des einzelnen Produkts ab.
iSFP (individueller Sanierungsfahrplan)
Schrittweiser Plan für die energetische Sanierung eines Gebäudes. Er kann in der Bundesförderung die Höchstgrenze der förderfähigen Ausgaben und einen Bonus verändern.
Kerndämmung
Dämmstoff, der in den Hohlraum eines zweischaligen Mauerwerks eingeblasen wird. Nur bei bestimmten Mauerarten möglich und in der Dicke begrenzt.
Low-E (niedriger Emissionsgrad)
Prinzip reflektierender Oberflächen, das auch bei Wärmeschutzverglasung genutzt wird: Die Oberfläche strahlt weniger Wärme ab. Es verringert den Wärmeübergang an der Oberfläche, baut aber keine Dämmdicke auf.
Taupunkt
Temperatur, bei der Wasserdampf aus der Luft an einer Oberfläche als Feuchtigkeit ausfällt. Unterschreitet die Fassadenoberfläche diese Temperatur, kann Kondensat entstehen, das Algen und Pilzbewuchs begünstigt.
U-Wert
Wärmedurchgangskoeffizient in W/(m²·K). Er gibt an, wie viel Wärme je Quadratmeter und Kelvin Temperaturunterschied durch ein Bauteil geht. Je kleiner, desto besser gedämmt ist die Wand.
Wärmeleitfähigkeit (Lambda)
Materialkennwert in W/(m·K): wie gut ein Stoff Wärme leitet. Je niedriger der Wert, desto besser dämmt das Material bei gleicher Dicke.
WDVS (Wärmedämmverbundsystem)
Dämmstoffplatten, die auf das Mauerwerk geklebt oder gedübelt werden, plus mehrere Putzlagen mit Armierung aus Glasfasergewebe. Die Wand wird dadurch dicker und bekommt einen neuen Fassadenputz.